Sonntag, 13. November 2011

Was ich gegen Gentechnik habe?

Eigentlich sollte es nur eine Antwort auf einen Post bei Google+ werden, aber es scheint mir ganz sinnvoll, es in meinem Blog zu posten.

Ich stehe der Gentechnik recht kritisch gegenüber aber ich sehe die Gefahr nicht dort, wo sie die meisten Kritiker sehen. Ich sehe vor allem zwei Probleme:
  1. Durch den Einsatz genveränderter Pflanzen und Tieren wird sich das ohnehin schon beun­ruhigend schnelle Schrumpfen der Agrobiodiversität noch weiter beschleunigen.
  2. Dadurch, dass genveränderte Organismen einerseits teilweise so verändert sind, dass über­haupt keine Weiterzucht möglich ist und andererseits auch noch Patente auf sie erteilt werden, steht (gerade auch in Verindung mit dem ersten Punkt) eine nicht mehr zu beherrschende Abhängigkeit von den Herstellern dieser Organismen zu befürchten.
Es gilt dabei auch noch zu berücksichtigt, dass durch das Verschwinden von Sorten auch Genmaterial verloren geht, das andernfalls für das Schaffen neuer Sorten (egal ob durch konventionelle Zucht oder Gentechnik) zur Verfügung stehen würde.

Meiner Meinung nach geht von der Gentechnik mittel- und langfristig eine größere Gefahr für den Welt­frieden aus als vom Zusammenbruch des aktuellen Weltwirtschaftssystems, bei dem nur Zeitpunkt, Ausmaß und Auswirkungen ungewiss sind, dessen Eintreten jedoch unvermeidlich ist. Nur der Klima­wandel ist in seinen zu erwartenden Auswirkungen noch dramatischer.

Kommentare:

  1. Leider entspricht dies nicht ganz der warheit;

    1. die Biodiverität wird von gentechnisch veränderten Pflanzen nicht negativ beeinflusst, nur die Art und weise der Ackerbewirtschaftung und deren Gifteinsatz beeinflusst dieses (wobei bei GMO meist weit weniger Gift verwendet wird, weshalb es im vergleich zu konventionellen Pflanzen eher positiv wäre - hierzu habe ich jedoch gerade keine studie zur hand)

    2. Bei den Patenten muss ich dir recht geben, jedoch die nicht oder nur schwer mögliche reproduktion ist zwar hauptsächlich gemacht worden um das produkt besser zu verkaufen, aber ein trozdem wichtiger nebenaspekt ist die kontrolle der verwendeten Fläche, denn ich glaube niemand will unkontollierte vermehrung oder hybridisierung von GMO und noch ein punkt

    3tens; nur dadurch das wir GMO verwenden können wird die biodiversität erhalten, die sonst durch traditionelle Zucht verloren ginge - viele alte Nutztierarten die sonst nicht mehr 'rentabel' wären, würden einfach nicht mehr gezüchtet und daher aussterben und am ende nur noch ein paar wenige hochzuchtarten übrig bleiben - durch genetik kann man jedoch die biodiversität nutzen und zB Immunsystemkomponenten von A nach B übertragen und somit eine art wieder wertvoll machen

    Ach und zu dem Weltfrieden - kennst du das vorzeigeprojekt Golden Rice? Googelnswert ;)

    Lesenswerte Quelle; http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Gentechnik/Fachinformation_Gruene_Gentechnik/Studie_Biodiversitaet_in_oesterreichischen_Ackerbaugebieten_im_Hinblick_auf_die_Freisetzung_und_den_Anbau_von_gentechnisch_veraenderten_Kulturpflanzen ich denke Östereichs Flora und Fauna dürfte mit der deutschen vergleichbar sein

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  2. Zu Anonym:).

    1. Wenn eine Sorte besondere Vorteile hat, verdrängt sie andere Sorten vom Markt, was beim Anbau zu weniger Diversität führt.

    2. Je nach Studie findet sich alles von erheblich mehr bis erheblich weniger Gifteinsatz. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte und die genveränderten Pflanzen bringen hier zwar keinen Schaden aber auch nicht die versprochenen Vorteile.

    3. Wenn die Veränderung wirklich so harmlos ist, wie versprochen wird, braucht man die unkontrollierte Vermehrung oder Hybridisierung bei genveränderten Pflanzen nicht mehr zu fürchten als bei konventionellen Züchtungen. Wenn man sie fürchten muss hat die Pflanze nichts auf dem Feld verloren.

    4. »Biodiversität« ist nicht nur die Diversität der Erbinformation, die angesichts immer besser werdender Gensequenzdrucker möglicherweise bald nur noch in digitaler Form vorliegen und nicht einmal mehr als keimfähiger Samen. Biodiversität ist in der Biodiversitäts-Konvention definiert als "the variability among living organisms from all sources, including, 'inter alia', terrestrial, marine, and other aquatic ecosystems, and the ecological complexes of which they are part: this includes diversity within species, between species and of ecosystems". Da steht ganz ausdrücklich, dass lebende Organismen gemeint sind.

    5. Der "Golden Rice" ist für diejenigen, die von ihm profitieren könnten, schlichtweg unbezahlbar. Es gibt erheblich preiswertere Alternativen, die sich diese Menschen vielleicht sogar leisten können.

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