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Dienstag, 28. Februar 2012

Was ist von "AKA @ Piratenpartei" zu halten?

Mir kommt die Frage »Gibt es eine offizielle Stellungnahme der Piratenpartei zum Anti-Kommunistischer Arbeitskreis (AKA @ Piratenpartei)« langsam an den Ohren heraus.

Der Stein des Anstoßes ist ein bei wordpress.com gehostetes Blog, das gerade einmal zwei relativ kurze Seiten umfasst, auf denen man den Eindruck gewinnt, dass eine rechtsextreme Gesinnung als Kampf gegen den Kommunismus verkauft werden soll und dies im Rahmen und mit Billigung der Piratenpartei erfolgt. Der bislang einzige Blogeintrag stammt vom 2012-02-12

Es fehlt zwar bis heute eine Pressemitteilung doch auf der Vorstandssitzung vom 2012-02-16 hat sich der Bundesvorstand der Piratenpartei zu dieser Frage geäußert, nämlich unter TOP 8: Fragen an den Bundesvorstand (dort geht es zwar um die zugehörige, mittlerweile deaktivierte Twitter-Kennung, doch die getroffene Feststellung betrifft auch die Website):
Es gibt eine Nachfrage zum Account @Piraten_AKA.

Feststellung: Es gibt keinen Anti-Kommunistischen Arbeitskreis in der Piratenpartei. Der Bundesvorstand distanziert sich von den Aktivitäten.

Sonntag, 26. Februar 2012

Pressemitteilung der Piratenpartei zur E-Mail-Überwachung

Unter der Überschrift »Piratenpartei verurteilt scharf überbordende Überwachung durch Geheimdienste« hat die Piratenpartei eine Pressemitteilung zur E-Mail-Überwachung durch deutsche Geheimdienste veröffentlicht, die 2010 rund 37 Millionen E-Mails von Bürgern »abgehört« haben. Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, wird mit den Worten zitiert:
»Der Vorfall zeigt, dass deutsche Geheimdienste tun und lassen können, was sie wollen. Obwohl das Parlamentarische Kontrollgremium über diese Grundrechtsberaubung informiert war, hat es nichts dagegen getan. Nach dem NSU-Debakel und diesem erneuten Skandal stellt sich die Frage was noch passieren muss, damit endlich eingesehen wird, dass die heutigen parlamentarischen Kontrollen nicht mehr funktionieren. Der vielfach beschworene ›rechtsfreie Raum‹ existiert bei den Geheimdiensten de facto und muss endlich beseitigt werden! Die Bundestagsabgeordneten müssen sich ihrer Verantwortung stellen und das Parlamentarische Kontrollgremium nicht länger als Pausenraum verwenden!«
In der Pressemitteilung heißt es weiterhin:
Die Geheimdienste fahren hier derzeit eine verfassungswidrige elektronische Rasterfahndung, von der jeder einzelne Bürger betroffen ist. Eine solche ist aber nur bei konkreten Gefahren zulässig und nicht etwa, weil 'Lieschen Müller' an ihre Freundin schreibt, dass der nette Junge aus der Parallelklasse so klasse und bombig aussieht.
An dieser Stelle scheint mir der Hinweis geboten, dass es nicht nur wegen solcher staatlicher Übergriffe empfehlenswert ist, nicht für die Allgemeinheit bestimmte Kommunikation wie etwa private E-Mails zu verschlüsseln. Sehr empfehlenswert und für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist die Kombination aus Thunderbird und GnuPG; für den Einstieg erscheint mir »Enigmail OpenPGP« von »Thunderbird Mail DE« sehr geeignet.

Montag, 23. Januar 2012

Clay Shirky: Warum SOPA eine schlechte Idee ist

Im eingebetteten, eine Viertelstunde dauernden Video spricht Clay Shirky darüber, warum SOPA eine schlechte Idee ist, und wie es dazu kommt, dass dieser Gesetztesvorschlag überhaupt zustande kommt.


Das Video ist auf Englisch, es gibt englische und französische Untertitel.

Samstag, 26. November 2011

Auf dem rechten Auge blind

Wie man trotz massiver Wahrnehmungs-Einschränkung noch einen tollen Job beim Verfassungsschutz bekommt, zeigen die extra 3 Autoren Julian Amershi und Marike Schmidt-Glenewinkel

Auf dem rechten Auge blind – Harald K. der Verfassungsschützer
EXTRA 3 - NDR

Dienstag, 8. November 2011

Das BKA will es (nicht) wissen

Zum Thema »Bundesrechnungshof eingeschaltet: Internetnutzer werfen Bundeskriminalamt Misswirtschaft vor« schreibt der AK Vorrat:
In einem heute veröffentlichten Schreiben an den Bundesrechnungshof wirft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung dem Bundeskriminalamt vor, durch »massenhaft aussichtslose Auskunftsersuchen« über Internetnutzer gegen das Gebot der wirtschaftlichen und sparsamen Mittelverwendung verstoßen zu haben. Um bei einer statistischen Erhebung nach dem Ende der verdachts­losen Vorratsdatenspeicherung eine möglichst große »Schutzlücke« ausweisen zu können, habe das Bundeskriminalamt Mittel in fünfstelliger Höhe verschwendet, so der Vorwurf des Zusammenschlusses von Datenschützern, Bürgerrechtlern und Internetnutzern.

»Es ist nicht Aufgabe des Bundeskriminalamtes, mit Steuergeldern die politischen Kampagnen bestimmter Parteien zu unterstützen« sagt Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis. »Wenn man dann noch berücksichtigt, dass für das Erstellen und Bearbeiten dieser sinnlosen Anfragen auch noch interne Personal­kapazitäten verschwendet wurden, dann stellt sich die Frage nach Schutzlücken bei der Strafverfolgung auf einmal ganz anders.«… Weiter
Sollte jemand den AK Vorrat noch nicht kennen:
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) ist ein bundesweiter Zusammenschluss, der sich gegen die ausufernde Überwachung im Allgemeinen und gegen die Vollprotokollierung der Telekommunikation und anderer Verhaltensdaten im Besonderen einsetzt… Weiter

Terrorpanik auf der Titanic

Die Titanic erklärt unter der Überschrift »Überwachungs-ABC« eine Vielzahl von Begriffen rund um den Überwachungsstaat und schreibt dazu:
Der Streit um den Bundestrojaner hat es gezeigt: Datenschützer und Sicherheits­politiker sprechen einfach nicht dieselbe Sprache. Wo die einen von einem „gefährlichen Eingriff in die Grundrechte“ reden, erkennen die anderen „naive Terroristenfreunde, die wohl selbst was zu verbergen haben“.
Konkret werden diese Begriffe erläutert:
  • 1984
  • Abhören
  • Anti-Terror-Datei
  • Biometrie
  • Bundestrojaner
  • Bundeshellene
  • Chips, RFID-
  • Dionysios (Tyrann)
  • ELENA
  • Friedrich, Hans-Peter
  • Gen-Datenbank
  • Heiligendamm
  • Internet
  • Ja
  • Kameraüberwachung
  • Lauschangriff, Großer
  • Mobiltelefon
  • Nachladefunktion
  • Online-Durchsuchung
  • Online-Durchsuchung
  • Panoptikum
  • Quellen-TKÜ
  • Rasterfahndung
  • Satelliten
  • Schäuble, Wolfgang
  • Schily, Otto
  • Stasi, Otto
  • Terrorismus
  • Urheberrecht
  • Vorratsdatenspeicherung
  • Windows
  • Xanos
  • Ypernwachungsstaat
  • Zeh, Juli

Samstag, 29. Oktober 2011

Natoeinsätze ohne UNO-Mandat?

Die Financial Times Deutschland berichtet unter der Überschrift »Auslandseinsätze: Nato will ohne Uno-Mandat in den Krieg«:
Den Militäreinsatz in Libyen kann die Allianz als gelungen verbuchen. Ein Mandat des Uno-Sicherheitsrats wäre womöglich nicht nötig gewesen. Nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Rasmussen wären auch starke moralische Gründe eine ausreichende Legitimation für einen Einsatz der Nato… Weiter

Montag, 24. Oktober 2011

Wachsende Polizeigewalt in den USA?

Im Artikel »Police brutality charges sweep across the US« berichtet der britische »Guardian« davon, wie in den USA das Gefühl wächst, dass die Polizei ernste Probleme mit Disziplin und Gesetzestreue hat und listet eine Auswahl von Beispielen auf, die hierzu beitragen.

Samstag, 22. Oktober 2011

»Kompetenzzentrum« entwickelt Trojaner – Bund beschäftigt eigene Hacker

n-tv meldet: Die Herstellung der umstrittenen Staatstrojaner nimmt der Bund zukünftig selbst in die Hand. In einem »Kompetenzzentrum« sollen Experten die Software zur Überwachung im Internet entwickeln. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert den Schritt als unzureichend… Weiter bei n-tv

Ein Lied bringt in den Bau…

Ein neuer Gesetzesentwurf in den USA soll das Streamen von urheberrechtlich geschützten Inhalten über das Internet unter Strafe stellen. S.978 würde es zu einer Straftat machen, auf die bis zu 5 Jahre Gefängnis steht. Der springende Punkt des Gesetzesentwurfs ist folgender Abschnitt (Übersetzung von mir, ich bin kein Jurist):
Macht unbefugtes Web-Streaming von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu einer Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann. Illegales Streaming von urheberrechtlich geschützten Inhalten wird im Gesetz als ein Straftat definiert, die »aus zehn oder mehr öffentlichen Aufführungen mit elektronischen Mitteln eines oder mehrerer elektronischer Werke in einem Zeitraum von 180 Tagen besteht« und die entweder für den Copyright-Inhaber oder den Rechtsverletzer einen wirtschaftlichen Gesamtwerte von mindestens $ 2.500 hat.
Der englischsprachige Originalartikel ist Free Justin Bieber: Could Covering A Song On YouTube Land You In The Slammer? – Current Senate bill has sinister implications for online video

Uhl zensiert

Ich wies gestern schon unter der Überschrift Traue keinem Protokoll, das du nicht selbst gefälscht hast! auf die von Felix von Leitner aufgezeigte Diskrepanz zwischen Hans-Peter Uhls Rede und dem Bundestagsprotokoll hin.

Der Zensur der Rede hat sich nun Telepolis unter der Überschrift Erst sprechen, dann denken, dann manipulieren? angenommen und schreibt:

Hans-Peter Uhls auf Video dokumentierte Aussage, dass Sicherheitsbeamte Deutschland regieren, klingt im Protokoll ganz anders… Weiter auf Telepolis

Freitag, 21. Oktober 2011

»Gestapo« ist nur eine Abkürzung

In einem Artikel mit der Überschrift »Mit einer neuen Geheimpolizei gegen Terror, Freiheit und Demokratie?« der »Flaschenpost«, dem Nachrichtenmagazin der Piratenpartei, geht es darum, dass das Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz (TBEG), in seinem aktuellen Zustand angenommen, den Weg für die Schaffung einer Geheimpolizei ebnen könnte.

Die letzte gesamtdeutsche Geheimpolizei war die Geheime Staatspolizei, die zumeist unter der Kurzform Gestapo bekannt ist und in den Nürnberger Prozessen sie zu einer verbrecherischen Organisation erklärt wurde.

Einstellung des Verfahrens gegen Andrej Holm

140-Sekunden-Video zur Geschichte von Anne Roth, Andrej Holm und einem Terrorismusverdacht

Traue keinem Protokoll, das du nicht selbst gefälscht hast!

Felix von Leitner vergleicht Stenoprotokoll und Video der Rede von Hans-Peter Uhl und stellt fest, dass im Protokoll aus
»Es wird regiert von Sicherheitsbeamten, die dem Recht und dem Gesetz verpflichtet sind.«
ein harmloses
»Wir haben Sicherheitsbeamte, die Recht und Gesetz verpflichtet sind.«
wurde.

Anonymous-Aktion gegen Website von Hans-Peter Uhl

Johnny Haeusler schreibt auf Google+:
Anonymous hat die Site von Hans-Peter Uhl gehackt/defaced und ich frage mich, ob ich das positiv unter zivilem Ungehorsam verbuchen soll oder ob es nicht doch an Bürgerwehr-Mentalität grenzt.

Eine lustige Folge (Uhl distanziert sich von der CSU) der Aktion ist hier dokumentiert: Die Fehlschläge des Herrn Uhl. Heute: “Distanzierung”