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Samstag, 15. September 2012

KPT in Bonn: 2 Anträge

Habe für den PIRATEN-KTP in Bonn zwei Anträge mit der heißen Nadel gestrickt:

Unterstützung der Petition 35009 »Urheberrecht - Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage vom 16.08.2012«

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:
Die Piratenpartei Bonn fordert ihre Mitglieder dazu auf, die Petition 35009 »Urheberrecht - Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage vom 16.08.2012« mitzuzeichnen und wirbt in Bonn und Umgebung für die Mitzeichnung dieser Petition. Dabei strebt sie eine Zusammenarbeit mit den Kreisverbänden in der Nähe von Bonn an.

Umstände der Abschiebung eines Flüchtlings trotz einstweiliger Anordnung

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:
Die Piratenpartei Bonn setzt sich für eine umfassende Aufklärung der Umstände ein, die zur Abschiebung eines afghanischen Flüchtlings trotz hiergegen ergangener einstweiliger Verfügung führten. Dies soll möglichst gemeinsam mit den Kreisverbänden der Umgebung geschehen.

Freitag, 3. August 2012

Gedanken zu einem neuen Wahlgesetz

Es gibt eine Vielzahl an Ideen für ein neues Wahlgesetz, also kann es nichts schaden, wenn ich auch einmal meinen Senf dazugeben. Meine Idee ist:

Je die Hälfte der Bundestagsmandate an Direkt- und Listenkandidaten vergeben.

Ich halte weder ein System nur mit mit Direktmandaten noch eines nur mit Listenmandaten für wünschenswert. Die Probleme beim Verechnen der Direkt- und Listenmandate kann man am einfachsten dadurch beheben, dass man sie als zwei voneinander unabhängige Aspekte der politischen Willensbekundung ansieht und sie deshalb nicht gegeneinander aufrechnet.

Bei diesem System stellt sich natürlich die Frage, was mit der Möglichkeit ist, dass jemand Direkt- und Listenkandidat sein kann. Um der Idee zu folgen, dass Listen- und Direktkandidaten unabhängig voneinander gewählt werden, gibt es zwei Möglichkeiten. Die offensichtliche bestünde darin, dass Listen- keine Direktkandidaten sein dürfen. Das würde der Partei aber die Möglichkeit nehmen, aussichtsreiche Direktkandidaten für den Fall abzusichern, dass sie ihren Wahlkreis wider Erwarten nicht holen und Listenkandidaten davon abhalten, zusätzlich in Wahlkreisen anzutreten, in denen sie nur geringe Siegeschancen haben. Beides wäre aus meiner Sicht für die Demokratie von Nachteil. Ich halte daher folgende Variante für sinnvoller:

Wenn jemand ein Direktmandate erzielt soll seine etwaige Aufstellung auf einer Liste als nichtig angesehen werden.

Anschaulich ist damit gemeint, dass zunächst die Direktmandate bestimmt werden. Dann streicht man von den Listen alle gewählten Direktkandidaten. Die Listenmandate werden dann anhand dieser bereinigten Listen verteilt.


Offensichtlich bedeutet diese Regelung gegenüber der aktuellen eine Schlechterstellung der kleinen Parteien. Um diese so weit wie möglich im Rahmen des vorgeschlagenen Systems auszugleichen, bin ich daher (vorausgesetzt dass die vorherigen Änderungen durchgeführt werden) für eine

Ersatzlose Streichung der 5%-Hürde.

Natürlich ermöglicht das manchen eher wenig wünschenswerten Parteien, im Bundestag vertreten zu sein. Das ist aber nur die eine Seite. Die andere ist, dass sie dem oft von potentiellen Wählern gegen eine Stimmabgabe für eine kleine Partei vorgebrachte Argument, dass sie auf Grund der 5%-Hürde chancenlos sei, die Grundlage entzieht.

Manche Parteien scheitern nicht deshalb an der 5%-Hürde, weil die Unterstützung fehlt, sondern weil die 5-%-Hürde potentielle Wähler abschreckt. Guido Westerwelle hat das Problem mit der 5%-Hürde im Zusammenhang mit der Piratenpartei und der FDP sehr treffend formuliert »Die Piratenpartei kann man ja wählen aber die Stimme ist dann natürlich im Gulli. Wer die Piratenpartei wählt, wird lediglich dafür sorgen, dass die Stimme verloren ist. Wer FDP wählt sorgt dafür, dass im nächsten Deutschen Bundestag auch wirklich jemand für Bürgerrechte eintreten kann.«

Er sagt damit, dass die 5%-Hürde das wichtigste Argument dafür ist, statt der Piratenpartei die FDP zu wählen. Sie abzuschaffen würde dazu führen, dass Wähler eher bereit sind, aufstrebende kleine Parteien zu wählen, da die Chance viel größer ist, dass die Stimme eben nicht im Gulli landet.

Dienstag, 3. April 2012

Eine Bekämpfung der Korruption findet nicht statt

So könnte ein Artikel des Grundgesetzes lauten. Zumindest kann einem beim Artikel »Rüffel des Europarats – Deutschland verhindert Kampf gegen Korruption« dieser Gedanke kommen, denn es scheint in Deutschland der Wille zu fehlen, Korruption tatsächlich zu bekämpfen. So
… bemängelt die Greco erneut die mangelnde Bereitschaft Deutschlands, das Strafrechts­übereinkommen über Korruption zu ratifizieren. Es sieht eine strenge Bestrafung von Abgeordnetenbestechung vor.
Eigentlich sollte man erwarten, dass sich in einem Dutzend Jahren, die seit der Unterzeichnung vergangen sind, mehr als einmal die Gelegenheit ergeben hat, das Abkommen zu ratifizieren. Auch
… äußert der Europarat »große Bedenken«, dass in Deutschland noch immer kein System eingeführt wurde, dass eine »frühzeitige Veröffentlichung von Rechenschaftsberichten zu Wahlkämpfen« oder mehr Transparenz bei »direkten Spenden an Abgeordnete und Wahlkandidaten« von Parteien gewährleistet.
Bei dieser Aussage könnte man glatt vermuten, sie sei der Feder der Piratenpartei entsprungen. Munter geht es mit dem Thema Polit-Sponsoring weiter:
Greco hatte Deutschland im Dezember 2009 aufgefordert, die finanzielle Unterstützung für Parteien oder Regierungen etwa bei Sommerfesten transparenter zu gestalten.
Mehr als eine Expertenanhörung im Innenausschuss kam nicht dabei herum und
Am Ende kamen die deutschen Parlamentarier jedoch zu dem Ergebnis, dass das »Steuerrecht und das Parteiengesetz bereits einen ausreichend eindeutigen rechtlichen Rahmen bilden«.
Auch die Forderung der Greco, die Grenzen von 50.000 Euro anzuheben, ab der Spenden unverzüglich der Bundestagsverwaltung zu melden sind, stieß auf taube Ohren. Die Stellungnahme des Innenausschusses ist geradezu tolldreist; so
teilten die Parlamentarier der Greco mit, die Grenze dürfe nicht so niedrig sein, "dass sie zu einem übermäßigen Datenaufkommen" führe.
Ich möchte das nur mit einer kurzen Frage kommentieren: Banane gefällig?

Nachtrag (2012-04-08): Der GRECO-Bericht ist auch auf Deutsch online (PDF)

Donnerstag, 16. Februar 2012

EuGH: Filterpflicht für soziale Netzwerke unzulässig

Für die Befürworter von Ideen, Internetprovider und soziale Netzwerke gegen Urheberrechtsver­letzungen als Blockwarte einzusetzen, dürfte die Entscheidung des EuGHs, dass Zugangsanbieter nicht zur Einrichtung von Filtersystemen verpflichtet werden können, ein erneuter Schlag ins Gesicht sein.

Als mit dem Europarecht und den individuellen Freiheitsrechten unvereinbar sehen die Richter eine umfassende Kontrolle auch unverdächtiger Nutzer an. Die Ausführungen des Gerichts sind eine schallende Ohrfeige, den es sagt unter anderem:
  • Der Einsatz von Filtersysteme kann die Grundrechte der Internetnutzer beeinträchtigen, da sie die Ermittlung, systematische Prüfung und Verarbeitung der ausgetauschten Informationen, bei sozialen Netzwerken sogar einen Abgleich mit dem Nutzerprofil bedeuten.
  • Die Informationsfreiheit wird beeinträchtigt, denn es besteht die Gefahr, dass das System nicht ausreichend zwischen unzulässigen und zulässigen Inhalten unterscheidet, so dass auch Kommunikation mit zulässigem Inhalt gesperrt wird.
  • Die Provider und sozialen Netzwerke werden unzumutbar beeinträchtigt; die Filterpflicht im ausschließlichen Interesse der Rechteinhaber führt zu Kosten und Aufwand und schränkt schon hierdurch die unternehmerische Freiheit ein.
Insgesamt macht der EuGH erneut deutlich, dass ein fairer Ausgleich zwischen Urheberrechten und dem Recht der Bürger auf Datenschutz und Informationsfreiheit notwendig ist und Filtersysteme eindeutig zu weit gehen.

Im konkreten Fall ging es um das belgische soziale Netzwerk Netlog das sich gegen die Forderungen der belgische Verwertungsgesellschaft SABAM wehrte, Filter einzuführen um die Mitglieder des Netz­werks daran zu hindern, über ihre Profile geschützte Inhalte zu teilen.

Wer es genau wissen will kann das Urteil in der Rechtssache C-360/10 selbst lesen. Augenscheinlich liegen die Forderungen der Piratenpartei näher an der Rechtslage als die mancher so genannter »Volksparteien«.

Montag, 23. Januar 2012

Clay Shirky: Warum SOPA eine schlechte Idee ist

Im eingebetteten, eine Viertelstunde dauernden Video spricht Clay Shirky darüber, warum SOPA eine schlechte Idee ist, und wie es dazu kommt, dass dieser Gesetztesvorschlag überhaupt zustande kommt.


Das Video ist auf Englisch, es gibt englische und französische Untertitel.

Dienstag, 17. Januar 2012

Das Schattenreich der Parteifinanzierung

Hier ein Monitor-Beitrag zum Thema Parteien-»Sponsoring«, d.h. zu Parteispenden, die nicht als solche gelten:


Was ich davon halte habe ich bereits im Absurdistanischen Landboten geschrieben.

Sonntag, 13. November 2011

Was ich gegen Gentechnik habe?

Eigentlich sollte es nur eine Antwort auf einen Post bei Google+ werden, aber es scheint mir ganz sinnvoll, es in meinem Blog zu posten.

Ich stehe der Gentechnik recht kritisch gegenüber aber ich sehe die Gefahr nicht dort, wo sie die meisten Kritiker sehen. Ich sehe vor allem zwei Probleme:
  1. Durch den Einsatz genveränderter Pflanzen und Tieren wird sich das ohnehin schon beun­ruhigend schnelle Schrumpfen der Agrobiodiversität noch weiter beschleunigen.
  2. Dadurch, dass genveränderte Organismen einerseits teilweise so verändert sind, dass über­haupt keine Weiterzucht möglich ist und andererseits auch noch Patente auf sie erteilt werden, steht (gerade auch in Verindung mit dem ersten Punkt) eine nicht mehr zu beherrschende Abhängigkeit von den Herstellern dieser Organismen zu befürchten.
Es gilt dabei auch noch zu berücksichtigt, dass durch das Verschwinden von Sorten auch Genmaterial verloren geht, das andernfalls für das Schaffen neuer Sorten (egal ob durch konventionelle Zucht oder Gentechnik) zur Verfügung stehen würde.

Meiner Meinung nach geht von der Gentechnik mittel- und langfristig eine größere Gefahr für den Welt­frieden aus als vom Zusammenbruch des aktuellen Weltwirtschaftssystems, bei dem nur Zeitpunkt, Ausmaß und Auswirkungen ungewiss sind, dessen Eintreten jedoch unvermeidlich ist. Nur der Klima­wandel ist in seinen zu erwartenden Auswirkungen noch dramatischer.

Donnerstag, 10. November 2011

Lobbykratie-Medaille

Die Lobbykratie-Me­daille ist ein Negativpreis für irreführende oder undemokratische Lobbyarbeit. Negativpreise sind »Auszeichnungen« für besonders schlechte Leistungen, wie zum Beispiel:
Big Brother Awards
Wird vergeben an Behörden, Unternehmen, Organisationen und Personen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Personen beeinträchtigen oder Dritten persönliche Daten zugänglich gemacht haben oder machen
Goldener Windbeutel
Soll insbesondere auf den Unterschied zwischen beworbenen Qualitätsversprechen und den tatsächlichen Eigenschaften von Lebensmitteln hinweisen
Ig-Nobelpreis
Wird vergeben für unnütze, unwichtige oder skurrile wissenschaftliche Arbeiten
Lobbyismus ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung für eine Form der Interessen­vertretung in Politik und Gesellschaft. Mittels Lobbyismus versuchen Interessengruppen (Lobbys), die Exekutive und die Legislative zu beeinflussen (vor allem durch persönliche Kontakte); außerdem versuchen sie, die öffentliche Meinung durch Öffentlichkeitsarbeit zu beeinflussen. Dies geschieht vor allem mittels der Massenmedien.

Mit der Lobbykratie-Medallie soll irreführende oder undemokratische Lobbyarbeit ins Rampenlicht gerücken werden, da die Politik immer stärker durch irreführende Methoden, problematische Verf­lech­tungen und das Übergewicht finanzstarker Lobbyis­ten verzerrt wird. Die Kandidaten stehen beispiel­haft für verschiedene Formen undemokratischer Lobbyarbeit. Dabei geht es nicht nur um den größten Aufreger, sondern auch um Themen, die sonst nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten. Hier das Präsentationsvideo:

Informationen zu den Kandidaten:
Deutsche Vermögensberatung AG
Nominiert für die Lobbykratie-Medaille, weil sie PR-Texte als seriöses Lehrmaterial vermarktet und so Lobbyarbeit aus den Parlamenten in die Schulen verlagert. [Video]
Gauselmann AG
Nominiert, weil die Spielautomaten-Firma es geschafft hat, über eine Million Euro an Parteien zu überweisen, ohne in den Rechenschaftsberichten die­ser Parteien aufzutauchen. [Video]
Bundesverband Medizintechnologie / Agentur Weber Shandwick
Nominiert, weil sie Patientenvertretungen für eine vermeintliche Graswurzelkampagne instru­mentali­siert hat, um erfolgreich die Umsetzung einer Reform der Versorgung mit medizini­schen Hilfsmitteln zu verhindern. [Video]
RWE / Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
Nominiert, weil das Energierunternehmen RWE zwei Mitarbeiterstellen in einem Forschung­projekt der Bundesanstalt finanziert hat, welches Vorschläge für ein verbindliches Regelwerk zum Einsatz der CCS-Technologie in Deutschland erarbeiten sollte. [Video]
Deutsche Bank / Josef Ackermann als Vorsitzender des Institute of International Finance
Nominiert, weil sie über einen privilegierten Zugang die günstigen Konditionen für die Finanz­branche bei der Griechenland-Rettung prägten und sich zugleich nach außen irreführend als hart getrof­fen darstellten. [Video]

Mittwoch, 9. November 2011

Patente auf Tomaten

Gestern verhandelte das Europäische Patentamt (EPA) über das sogenannte Tomaten-Patent. Dabei geht es darum, ob Patente für Gemüsesorten erteilt werden können, die ohne Genmanipulation (also durch normale Züchtung) entstanden sind.

Schrumpeltomaten sind nicht neu
Aus diesem Anlass brachte DRadio Wissen Beiträge zum Thema »Patentschutz für die Tomate« und sprach mit dem Patentmanager Jörn Erselius von der Max-Planck-Gesellschaft, dem Juristen Peter-Tobias Stoll sowie den Wissenschaftsjournalisten Britta Fecke und Volkart Wildermuth.
Factbox Biopatente / Schutzrechte für Schrumpeltomaten (MP3)
Eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Fakten / Gespräch mit der Wissenschaftsjournalistin Britta Fecke
Der Wert von Biopatenten (MP3)
Ein Gespräch mit Jörn Erselius, Geschäftsführer der Max-Planck-Innovation
Der besondere Blick des Patentrechts auf das Leben (MP3)
Ein Gespräch mit dem Wissenschaftsjournalisten Volkart Wildermuth
Rechtsschutz für Gemüse (MP3)
Ein Gespräch mit Peter-Tobias Stoll vom Institut für Völkerrecht und Europarecht der Universität Göttingen
Es ist gestern zu keiner endgültigen Entscheidung gekommen, die technische Beschwerdekammer des EPA setzte die Verhandlung wegen ungeklärter Rechtsfragen aus, da die Große Beschwerde­kammer des EPA zunächst darüber befinden soll, ob Früchte und Samen spezieller Pflanzen­züchtungen überhaupt patentiert werden dürfen.

»Kein Patent auf Leben!« schreibt hierzu unter der Überschrift »Patent auf Tomate wird zur Grundsatzentscheidung – Kritiker fordern bessere Kontrolle des Patentamtes«
Das Europäische Patentamt in München hat heute entschieden, das Patent auf Tomaten (EP1211926, PDF) der Großen Beschwerdekammer zur Entscheidung vorzulegen … Bislang hat das Patentamt bereits um die 100 Patente auf traditionell gezüchtete Tiere und Pflanzen erteilt. Diese Praxis ist nun in Frage gestellt … Der Konzern Unilever hatte aus eigenen wirtschaftlichen Interessen Einspruch dagegen eingelegt … Konzerne wie Monsanto, Dupont, Bayer und Syngenta sind die Hauptprofiteure dieser Patente auf Pflanzen. Kritiker befürchten, dass Verbraucher, Landwirte und Lebensmittelhersteller in neue Abhängigkeiten von diesen Konzernen geraten. Landwirte und Verbraucher in den Entwicklungsländern und in Europa sind davon gleichermaßen betroffen. Vollständiger Text
Meldungen zu der Entscheidungen
Hamburger Abendblatt
Musterprozess um die Schrumpeltomate (ausführlich)
Deutscher Bauernverband e.V.
Kein Patent auf Klassische Züchtungsmethoden
top agrar online
Patenturteil zur Schrumpeltomate vertagt
NZZ Online
Streit um die «Schrumpftomate»
Informationsdienst Gentechnik
Tomaten-Patent in die höchste Instanz
Hier gibt es auch Hintergründe zu Patenten in der Landwirtschaft.
Wiener Zeitung
Europäisches Patentamt verhandelt über Patent auf "Schrumpeltomate"
Greenpeace Magazin
Entscheidung zur «Schrumpeltomate» vertagt
sehr kurz, dafür Patentanmeldung verlinkt
Das Original des obigen Bildes ist »Tomatoes from the Garden« von feverblue. Sowohl das Original als auch die in diesem Post wiedergegebene Variante stehen unter einer “Creative Commons”-Lizenz (CC BY-SA 2.0).

Russische Realpolitik beim Urheberrecht

Unter der Überschrift »Russland will Immaterialgüterrecht an Realität im Internet anpassen« macht Telepolis auf einen interessanten Vorschlag des Russischen Präsidenten Medwedew aufmerksam, der den G20-Staaten ein Copyright-Register vorschlägt. Konkret schlägt er vor

… die Verwendung von fremdem Material nicht mehr grundsätzlich, sondern nur noch dann verbietet, wenn Urheber dies explizit fordern … Auf diese Weise wäre auch das Problem gelöst, dass viele verwaiste Werke nicht mehr verwertet werden dürfen, obwohl dies niemandem nutzt. Für den Kreml-Chef ist solch eine Anpassung »ein wichtiger Schritt zum Schutz der Urheber­rechte«, da diese nur dann allgemein akzeptiert werden, wenn die rechtliche Theorie nicht zu stark von der Lebenswirklichkeit abweicht, wie das derzeit unter anderem durch die technologischen Veränderungen der letzten Jahr­zehnte der Fall ist.

Dienstag, 8. November 2011

Nun doch ein Piraten-Stadtrat in Berlin?

Unter der Überschrift »Piraten hoffen auf Hare-Niemeyer« schreibt die taz:
Die Piratenpartei könnte doch noch einen Stadtrat stellen - wenn die BVV den Verteilungsmodus ändert. Gerüchte, wonach SPDler übertreten wollen, dementieren die Sozialdemokraten… Weiter
Es geht im Artikel darum, dass in Friedrichshain-Kreuzberg der erwogene Wechsel des Verteilungsverfahrens von d’Hondt zu Hare-Niemeyer den Piraten einen Stadtrat ein­bringen könnte.

Sonntag, 6. November 2011

Ausführlicher Artikel der Süddeutschen zur Piratenpartei

Unter »Erfolg der Piratenpartei Endlich haben wir unseren Generationenkonflikt!« hat die Süddeutsche Zeitung einen überaus ausführlichen und positiven Artikel über die Piratenpartei veröffentlicht
Jahrelang haben die Alten an den Jungen herumgenörgelt. Sie seien zu angepasst, zu ichbezogen, hätten keinerlei Visionen und Ideale. Jetzt gibt es auf einmal eine Bewegung der 68er-Kinder: die Piraten - eine Partei, deren Anhänger im Durchschnitt 30 Jahre alt sind. Und wieder passt es den Alten nicht. Dieses Geschimpfe ist wohlfeil… Weiter
So positiv der Artikel der Süddeutschen auch immer sein mag, so befremdlich wirkt im Kontrast hierzu der Text zum Thema Leserkommentare am unteren Ende der Seite, bei dem man sich eigentlich nur noch fehlt, dass man den berühmten Passierschein A 38 benötigt, um kommentieren zu dürfen:
Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.

Frauen bei der Piratenpartei

Unter dem Titel »Barbies müsste man verbieten« kann man bei der taz ein Interview zum Thema »Frauenmangel bei Piraten« lesen. Interviewt wurden Karin Alexandra Arlt und Jessica Miriam Zinn, die in Berlin als Piraten­partei-Direkt­kandidatinnen angetreten sind.
Bei den Piraten gibt es einen großen Männer­­über­­schuss. Zwei Piratinnen diskutieren, was man dagegen tun könnte - und ob das über­­haupt ein Problem ist.

Samstag, 22. Oktober 2011

Ein Lied bringt in den Bau…

Ein neuer Gesetzesentwurf in den USA soll das Streamen von urheberrechtlich geschützten Inhalten über das Internet unter Strafe stellen. S.978 würde es zu einer Straftat machen, auf die bis zu 5 Jahre Gefängnis steht. Der springende Punkt des Gesetzesentwurfs ist folgender Abschnitt (Übersetzung von mir, ich bin kein Jurist):
Macht unbefugtes Web-Streaming von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu einer Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann. Illegales Streaming von urheberrechtlich geschützten Inhalten wird im Gesetz als ein Straftat definiert, die »aus zehn oder mehr öffentlichen Aufführungen mit elektronischen Mitteln eines oder mehrerer elektronischer Werke in einem Zeitraum von 180 Tagen besteht« und die entweder für den Copyright-Inhaber oder den Rechtsverletzer einen wirtschaftlichen Gesamtwerte von mindestens $ 2.500 hat.
Der englischsprachige Originalartikel ist Free Justin Bieber: Could Covering A Song On YouTube Land You In The Slammer? – Current Senate bill has sinister implications for online video

Der Kläger macht die Klage

Eigentlich sollten vor Gericht nicht nur alle Angeklagte sondern auch alle Kläger gleich sein. Dem ist aber leider nicht so; es macht einen Unterschied, ob ein normaler Bürger eine Anzeige erstattet oder ob es eine Staatsanwältin ist. Von einer solchen Ungleichbehandlung berichtet das Handelsblatt unter der Überschrift EnBW-Einstieg: Staatsanwältin zeigt Mappus an und schreibt:
Obwohl der Staatsanwaltschaft Stuttgart bereits mehrere Anzeigen auf Untreue vorliegen, wurden bisher keine Ermittlungen gegen Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus aufgenommen. Das könnte sich nun ändern… Weiter

Freitag, 21. Oktober 2011

Gelten für Religionen andere Gesetze?

»The New York World« (englischsprachig) berichtet in »Women ride in back on sex-segregated Brooklyn bus line« von einem Fall, in dem religiöse und weltliche Werte kaum in Einklang bringen zu sind.

Hasidische Juden sehen sich aufgefordert, den physischen Kontakt zwischen Menschen unterschiedlichen Geschlechts zu vermeiden. In einer im öffentlichen Auftrag aber privat betriebenen New Yorker Buslinie werden Frauen aus diesem Grund (unabhängig von ihrer Religion) genötigt, sich in den hinteren Teil des Busses zu setzen.

Gesetzlich ist eine derartige Diskriminierung auf Grund des Geschlechts jedoch  verboten, zudem hat die freie Wahl des Sitzplatzes im Bus auch symbolischen Charakter, da der vordere Bereich des Busses zur Zeit der Rassentrennung den »Weißen« vorbehalten war.

Aufdeckung des #0zapftis-Skandals strafbar?

In »Aufdeckung des #0zapftis-Skandals (natürlich) nicht strafbar« äußert der Richter am Berliner Landgericht Ulf Buermeyer seine rechtliche Sicht der Frage, ob die Aufdeckung eine strafbare Handlung war.

Staatstrojaner und unlauterer Wettbewerb.

»Wavecon GmbH« mahnt »DigiTask GmbH« ab.

Die Wavecon GmbH hat heute wettbewerbsrechtlich die DigiTask GmbH auf Unterlassung der Herstellung und des Verkaufs von Software zur Überwachung von Computern durch Strafverfolgungsbehörden in Anspruch genommen. Wavecon verurteilt die Entwicklung von Trojanern aufs Schärfste… Weiter

Einstellung des Verfahrens gegen Andrej Holm

140-Sekunden-Video zur Geschichte von Anne Roth, Andrej Holm und einem Terrorismusverdacht