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Freitag, 27. März 2015

OK Lab Bonn

Im Grundsatzprogramm der Piratenpartei heißt es:
Freier Zugang zu öffentlichen Inhalten
Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, dass möglichst alle durch öffentliche Stellen erzeugten oder mit Hilfe öffentlicher Förderung entstanden Inhalte der breiten Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden. ... Die Inhalte werden in offenen Formaten online zur Verfügung gestellt und archiviert...
Hier in Bonn ist der Wille zu diesem freien Zugang von städtischer Seite vorhanden, die praktische Umsetzung gestaltet sich jedoch schwierig, da viele Inhalte von vorne herein in Formaten vorliegen, die eine weitere Verarbeitung durch Software schwierig gestalten.

Ich finde es allerdings unsinnig, über die Probleme mit der Umsetzung zu jammern und möchte eher meinen Beitrag dazu leisten, dass sich dieser Zustand bessert. Einerseits indem ich darauf hinwirke, dass Daten von Anfang an in leichter verarbeitbaren Formaten vorliegen, andererseits indem ich meine Programmierfähigkeiten einbringe, um Formaten automatisch umwandeln zu können (eine Aufgabe, mit der ich auch beruflich befasst bin).

Gestern war ich deshalb einer von gut einem Dutzend Verrückten, die sich im Bonner Stadthaus trafen, um in Bonn ein OpenKnowledge Lab ins Leben zu rufen. Hinter diesen OK Labs, wie sie kurz genannt werden, steht die OpenKnowledgeFoundation, die sich folgende Ziele gesetzt hat:
  • offenes Wissen als Standard zu verbreiten
  • offenes Wissen zu kreieren, das uns und andern hilft
  • anderen dabei helfen, offenes Wissen zu verbreiten
  • eine nachhaltige und aktive Community zu schaffen
  • Werkzeuge zu erstellen, um den obigen Zielen zu helfen
  • Nutzerfreiheit in Bezug auf Wissen und Daten zu stärken
Das erste Treffen war in erster Linie ein Kennenlernen und Ideensammeln. Wer wissen will, worüber wir gesprochen haben, wird in diesem Etherpad fündig. Wie gesagt, wir stehen noch ganz am Anfang. Wer mitmachen will: Nur zu! Am besten erst einmal bei Meetup der Gruppe OK Lab Bonn beitreten und Stefan Wolfrum um eine Einladung zu slack bitten.

Sonntag, 26. Februar 2012

Pressemitteilung der Piratenpartei zur E-Mail-Überwachung

Unter der Überschrift »Piratenpartei verurteilt scharf überbordende Überwachung durch Geheimdienste« hat die Piratenpartei eine Pressemitteilung zur E-Mail-Überwachung durch deutsche Geheimdienste veröffentlicht, die 2010 rund 37 Millionen E-Mails von Bürgern »abgehört« haben. Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Nerz, wird mit den Worten zitiert:
»Der Vorfall zeigt, dass deutsche Geheimdienste tun und lassen können, was sie wollen. Obwohl das Parlamentarische Kontrollgremium über diese Grundrechtsberaubung informiert war, hat es nichts dagegen getan. Nach dem NSU-Debakel und diesem erneuten Skandal stellt sich die Frage was noch passieren muss, damit endlich eingesehen wird, dass die heutigen parlamentarischen Kontrollen nicht mehr funktionieren. Der vielfach beschworene ›rechtsfreie Raum‹ existiert bei den Geheimdiensten de facto und muss endlich beseitigt werden! Die Bundestagsabgeordneten müssen sich ihrer Verantwortung stellen und das Parlamentarische Kontrollgremium nicht länger als Pausenraum verwenden!«
In der Pressemitteilung heißt es weiterhin:
Die Geheimdienste fahren hier derzeit eine verfassungswidrige elektronische Rasterfahndung, von der jeder einzelne Bürger betroffen ist. Eine solche ist aber nur bei konkreten Gefahren zulässig und nicht etwa, weil 'Lieschen Müller' an ihre Freundin schreibt, dass der nette Junge aus der Parallelklasse so klasse und bombig aussieht.
An dieser Stelle scheint mir der Hinweis geboten, dass es nicht nur wegen solcher staatlicher Übergriffe empfehlenswert ist, nicht für die Allgemeinheit bestimmte Kommunikation wie etwa private E-Mails zu verschlüsseln. Sehr empfehlenswert und für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar ist die Kombination aus Thunderbird und GnuPG; für den Einstieg erscheint mir »Enigmail OpenPGP« von »Thunderbird Mail DE« sehr geeignet.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Popcorn auspacken: Sony Music vs. GEMA

Wer hätte das gedacht? Sony Music macht die GEMA für Millionenverluste verantwortlich und verlangt von der Gema, seine Musikvideos auf Youtube nicht mehr zu sperren.

Edgar Berger, Chef von Sony Music International, wünscht sich sehr, dass auch in Deutschland bald die Möglichkeit besteht, die Musikvideos von Sony Music zu sehen, macht die Verwertungsgesellschaft GEMA, die Urheberrechte sehr restriktiv lizenziert, für die Sperren verantwortlich und klagt: »Uns gehen dadurch Millionenumsätze verloren«.

Seine Aussage »Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es bei der Gema irgendwann Einsicht zwecks ökonomischer Notwendigkeit geben wird.« zwar armlos, unterstellt der GEMA aber durch die Blume, unvernünftig zu sein.

Ich möchte an dieser Stelle auf ein Plugin für Firefox hinweisen, das sich ProxTube nennt. Der Autor des Plugins schreibt zur Frage »Warum wurde ProxTube entwickelt?«:
Ich war einfach genervt mir jedes Mal eine Lösung zu suchen, um ein gesperrtes YouTube Video zu schauen. Außerdem wollte ich es nicht hinnehmen mir von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte), die in Deutschland vollkommen unangemessene Forderungen an YouTube stellt und gegen die Meinung der meisten Mitglieder strebt, mir sagen zu lassen, was ich schauen darf. Gerne zahle ich auch für Musik jedoch stellt YouTube für mich viel mehr eine Art Plattform dar, auf der Künstler sich vorstellen können und zum Kauf des Musikstücks anregen. Dementsprechend habe ich mich an die Arbeit gemacht eine Lösung zu finden, die alles etwas vereinfacht, möglichst auch einem Nutzer, der kein großes Hintergrundwissen hat, hilft und zudem auch nicht gesetzeswidrig ist. Herausgekommen ist dieses Addon.
Einen Warnhinweis möchte ich aber dennoch geben: Das Addon entblockt so weit mir bekannt alle Videos, auch solche, die aus anderen als Urheberrechtsgründen gesperrt sind. Gestern folgte ich einem unverdächtig aussehenden Link zu einem Video aber als ich die Seite sah, habe ich dem Addon untersagt, das Video zu entblocken. Es handelte sich nämlich zu meinem großen Ärger um das in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund der §§ 86 und 86a StGB verbotene Horst-Wessel-Lied ☹

Vorsicht, nicht abstellen!
Ich warne aus diesem Grund davor, den Warnhinweis abzustellen. Ich habe den Namen des Channels unkenntlich gemacht, da ich für diesen keinesfalls Werbung machen möchte.

Sonntag, 6. November 2011

Schweizer Geldautomaten fallen am 5. November aus

Unter der Überschrift »Geldautomaten geben den Geist auf« berichtet »20 Minuten online«:
Leser-Reporter aus der ganzen Schweiz melden: «Bei uns funktionieren die Bankautomaten nicht mehr». Die Ursache der mysteriösen Arbeitsverweigerung ist bisher unklar… Weiter
Die naheliegende Frage lautet, ob es reiner Zufall ist, dass dies ausgerechnet am 5. November passiert, dem Tag an dem in der so genannten Guy Fawkes Night (auch Bonfire Night oder Fireworks Night genannt) an den so genannten Gunpowder Plot erinnert wird. Wikipedia schreibt hierzu:
Der Gunpowder Plot (… seinerzeit als powder treason … bekannt) war ein Versuch von britischen Katholiken, am 5. November 1605 den protestantischen König von England, Jakob I., seine Familie, die Regierung und alle Parlamentarier zu töten. Weiter
Ob das wohl ein Hack war?

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Datenschutz nicht internetkompatibel, was tun?

In »Der Facebook-Like-Button oder: das Datenschutzproblem seit 20 Jahren (PrivacyImg)« erläutert Henning Tillman, dass die Datenschutzprobleme, die durch den Like-Button von Facebook (und funktional ähnliche Mechanismen der Konkurrenz) verursacht werden, keine Erfindung von Facebook sind, sondern dem WWW sozusagen mit in die Wiege gelegt wurden.

Die Probleme beruhen letztlich auf einer für das WWW ganz zentralen technischen Möglichkeit, nämlich jener, dass auf einer Website Inhalte von anderen Websites eingebunden werden können. Eine sehr prominente und überaus beliebte Verwendung ist das Einbinden von youtube-Videos, eine wesentlich häufigere und eher unerfreuliche stellen indes so genannte “web bugs” dar.

Glücklicherweise muss man diesen Zustand nicht hinnehmen. Für Firefox stehen eine ganze Reihe von Erweiterungen zur Verfügung, deren Einsatz in Frage kommt. Die nachfolgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und führt nur Erweiterungen auf, die ich selbst nutze. Die Beschreibungen basieren auf den bei Mozilla vorhandenen.
Adblock Plus.
Mit Adblock Plus haben Sie die Kontrolle wieder und bestimmen selber, was Sie sehen wollen. Die Erweiterung wird von über vierzig Filterabonnements für Dutzende Sprachen unterstützt, mit denen sie automatisch für verschiedene Einsatzzwecke konfiguriert wird, angefangen beim Blockieren von Werbung bis hin zum Blockieren bekannter bösartiger Webseiten. Mit Adblock Plus können Sie auch eigene Filter erstellen, unterstützt durch viele hilfreiche Features, z.B. ein Kontextmenü-Eintrag für Bilder, ein Tab zum Blockieren von Flash und Java, und die Liste blockierbarer Elemente zum Entfernen von Skripten.
Element Hiding Helper für Adblock Plus.
Man wählt einfach das Element aus, das versteckt werden soll, und kreuzt anschließend die Attribute an, anhand derer das Element in Zukunft wiedererkannt und versteckt werden soll. Die Regel für das Verstecken wird automatisch erstellt und in die Filterliste von Adblock Plus eingefügt.
Ghostery.
Ghostery erkennt gängige Verfolgungsmechanismen, die von Facebook, Google Analytics und über 600 weiteren Werbenetzwerken, Verhaltensdaten-Lieferanten und anderen Firmen genutzt werden, um Benutzerprofile aufzustellen.
NoScript.
Zusätzlicher Schutz für Ihren Browser: NoScript erlaubt das Ausführen von JavaScript, Java (und anderen Plugins) nur bei vertrauenswürdigen Domains Ihrer Wahl (z.B. Ihrer Homebanking-Website). Der auf einer Positivliste basierende präventive Ansatz zum Blockieren von Skripten verhindert das Ausnutzen von (bekannten und unbekannten!) Sicherheitslücken ohne Verlust an Funktionalität.
RequestPolicy.
RequestPolicy bringt Kontrolle über domainübergreifende Anfragen; Zugriffe auf Inhalte, die zu einer anderen Domain als der aktuell besuchten gehören, werden nur dann zugelassen, wenn man dies ausdrücklich zulässt.
Die bislang aufgelisteten Erweiterungen verhindern das Einbinden von Inhalten auf Internetseiten. Ein sehr ähnlich gelagertes Problem bilden Weiterleitungen, wie sie typischerweise für Kurz-URLs verwendet werden und an denen nicht zu erkennen ist, wohin sie führen. Erst kürzlich verwies Steffen Seibert, der Regierungssprecher und Chef des Presse- und Informationsamts der deutschen Bundesregierung, versehentlich auf eine Pornoseite, da ihm bei einer Kurz-URL ein Tippfehler unterlief.
NoRedirect.
NoRedirect ermöglicht dem Benutzer die Kontrolle über HTTP-Umleitungen und kann verwendet werden, um DNS-Hijacking des ISPs zu verhindern, die zu Kurz-URLs gehörige tatsächliche Adresse einzusehen, bevor diese aufgerufen wird, die Umleitung zu »intelligenten« Fehlerseiten zu verhindern, usw.
Redirect Cleaner.
Ein ebenfalls häufiges Mittel zur Verfolgung von Nutzerbewegungen ist die Variante, einen Benutzer über eine Zählseite zur eigentlichen Zielseite zu schicken. Hiergegen wirkt die Erweiterung Redirect Cleaner, das in der Lage ist, gängige Zählseiten zu überspringen.
Via: Internet vs. Datenschutz (wirres.net)

Montag, 24. Oktober 2011

Die Leiden des jungen Tor-Betreibers

Tor ist ein Netzwerk zum Anonymisieren von Verbindungsdaten und schützt vor der Analyse des Datenverkehrs seiner Nutzer. Spätestens seit den Umbrüchen in Nordafrika ist Tor dafür bekannt, dass es damit Menschen in Diktaturen möglich ist, anonym zu surfen, zu bloggen oder anderweitig zu kommunizieren.

Was einem Betreiber eines Tor-Servers blühen kann wenn ein Nutzer keine hehre Ziele forfolgt sondern Tor dazu missbraucht, Kinderpornographie herunterzuladen, beschreibt Der Tag, als die Kripo im Flur stand